LISA SCHÄFER hat ihren Bachelor in Theater- und Medienwissenschaft gemacht und war begeistert und irgendwie auch nicht. Als Suchende studiert sie seit 2023 Szenische Forschung. Als Performerin und Kunst(was-auch-immer-das-ist)Schaffende arbeitet sie multimedial, installativ, filmisch, postdramatisch, progressiv und akustisch. Ihr künstlerisches Schaffen ist geprägt von kollektiver Arbeit und interdisziplinären Projekten.
Als Gründungsmitglied des Kaleidoskop Kollektivs – bestehend aus sechs Frauen, die im Ruhrgebiet mit feministischem Ehrgeiz Krach machen – entwickelt sie seit 2020 multimediale Inszenierungen, Kurzfilme, Installationen, Performances und Hörspiele. So verhandelt ANATOMIE DES MONSTRÖSEN (2024), eine Material- und Objektinszenierung am Schauspielhaus Bochum, beispielsweise die Darstellung des „Anderen“ und untersucht, wie monströse Körper in gesellschaftlichen Narrativen konstruiert werden. Innerhalb der Szenischen Forschung entwickelte Lisa unter anderem den Videowalk ZWEIRÄUME (2023) mit Daniel Kötter, das Spielkonzept ARCADE INVADERS (2025) mit dem Künstlerkollektiv LIGNA und das Chorprojekt FUTURE NOISE (2025) mit Marta Górnicka.
Sie ist Teil des Kunst & Klatsch Kollektivs, das niedrigschwellige Kunst- und Nicht-Kunst-Räume für die Stadtgesellschaft schafft. Dort entwickelt sie Formate an der Schnittstelle von Kunst, Nachbarschaft und Begegnung. Ihr Interesse gilt dabei besonders der Community-Pflege, dem gemeinsamen Organisieren und der Frage, wie Menschen miteinander in Kontakt kommen können. Kunst versteht sie nicht nur als ästhetische Praxis, sondern auch als Anlass für Austausch, Teilhabe und neue Formen des Zusammenkommens.
Beim Arbeiten greift Lisa immer wieder auf ihren Körper und ihre Erfahrungen sowie Erinnerungen als eigenes Material zurück. Ihre Interessen gelten dem Monströsen und Tabuisierten der Gesellschaft sowie der eigenen Hinterfragung der Existenz in dieser. Ihre liebsten Bühnen sind die, die keine sind – und all das, was dazu werden könnte. Ihr künstlerisches Anliegen ist es, Unsichtbares sichtbar und Unsagbares erfahrbar zu machen. Dabei lotet sie neue Formen der Darstellung aus, die gesellschaftliche Machtstrukturen hinterfragen und feministische Perspektiven ins Zentrum rücken.
Außerdem mag Lisa Perlenstickerei, Fliesentische, den Dopamin Interior Designstil, London und grün-gelbe Federboas.