Friederike Kemmether

Friederike Kemmether (sie_/ihr_) versteht sich als ein Outside Eye der Gegenwart und der Gegenwärtigen. Sie_ bewegt, was eigentlich geschieht, wenn gerade etwas passiert. Und wovon das bewirkt wurde und wird. Aber vor allem: Ob es das ist, was wir wollen? Im Bachelor studierte sie_ Germanistik, Theologie und Geschichtswissenschaft, mit Ergänzungen aus Philosophie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte. Daneben hospitierte sie_ im Sprech- und Musiktheater. Außerdem absolvierte sie_ eine Weiterbildung in Kulturmanagement. Im Master Szenische Forschung beschäftigt sich F_K mit ästhetischer Theorie, den Neoavantgarden (wie Fluxus, Konzept- und Aktionskunst), Intervention und Live Arts. Bislang konnte sie_ an Projekten von Claudia Bosse/theatercombinat, Hofmann&Lindholm sowie werkgruppe2 mitwirken. Ihre_ eigene Arbeit, die die Grenzziehung sowohl zwischen den Kunstgattungen als auch zur Nicht-Kunst bewusst ignoriert, beruht auf eingehender Beobachtung gegenwärtiger gesellschaftlicher, zwischenmenschlicher und politischer Phänomene. Sache der Kunst ist für sie_ keineswegs nur das Als-Ob; vielmehr deren besondere Fähigkeit, Realität werden zu lassen. Das zusammenzuführen, was wir nicht (mehr) für möglich gehalten haben. Ihre_ Interventionen und Situationen öffnen eine Gegenwart mise en abyme, in der Einzelne oder Gruppierungen (und nicht zuletzt auch F_K selbst) ihren eigenen Fragen, eigenem Verlangen, eigener empathischer Vernunft begegnen – und, so sie wollen, nachgehen bzw. nachgeben können. Es entstehen Bilder, die sich nicht von Außen betrachten lassen, sondern, paradoxerweise, nur von jenen, die selbst im Bild stehen. Es ereignet sich ein Ernstfall, mit echten Konsequenzen, auf Probe.

© Julian Weigandt

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